Stau, Stress und lange Parkplatzsuche prägen den Alltag vieler Menschen, die regelmäßig unterwegs sind - auch im Wetteraukreis. Aber wie lässt sich die Mobilität im Alltag verträglicher und angenehmer gestalten? Um Bürgerinnen und Bürgern das zu ermöglichen, führt der Verein Dorfbeweger e.V. in Zusammenarbeit mit dem Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE), der ivm GmbH, den Kommunen Ortenberg, Glauburg und Ranstadt und dem Regionalverband FrankfurtRheinMain ein Mobilitätsexperiment durch. Hierfür werden Bürgerinnen und Bürgern gesucht, die die Möglichkeit nutzen möchten, Alternativen zu ihren gewohnten Alltagswegen auszuprobieren – kostenlos und für mehrere Monate. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert.
Die Nutzung des Autos ist in Deutschland in den letzten Jahren weiter angestiegen. Zum Beispiel pendeln allein in der Region Frankfurt Rhein-Main täglich mehr als eine halbe Million Menschen, überwiegend mit dem Auto. Im Wetteraukreis sind es ca. 129.000 Menschen die täglich zur Arbeit pendeln, davon fast 7.000 aus Ortenberg, Ranstadt und Glauburg. Und auch im restlichen Alltag dominiert das Auto. Das hat nicht nur Folgen für die Umwelt, sondern auch für die Gesundheit und Lebensqualität der Menschen. Um den Umstieg auf verträglichere Verkehrsmittel im Alltag zu vereinfachen, bietet der Verein Dorfbeweger e.V. in den kommenden Monaten ein Mobilitätsexperiment für Menschen die in Ortenberg, Ranstadt und Glauburg wohnen oder arbeiten an.
„Wir wollen neue Lösungen nutzen, die an den Bedürfnissen der Menschen ansetzen und eine nachhaltige Alltagsmobilität fördern“, sagt Pia Heidenreich-Herrmann, Mitglied im Vorstand des Vereins Dorfbeweger e.V. „Wir suchen deshalb Personen, die im Alltag oft mit dem Alltag unterwegs sein müssen und offen dafür sind, über einen Zeitraum von mehreren Monaten, zwischen Mai und September, Alternativen zu ihrem bisherigen Pendelalltag auszuprobieren.“ Alle Teilnehmenden des Experiments werden umfassend zu Ihren Arbeits- und Alltagswegen beraten und können im Anschluss für mehrere Monate ein E-Bike, ein E-Lastenrad oder den Öffentlichen Nahverkehr kostenlos testen.
„Für Ortenberg ist das Mobilitätsexperiment eine gute Gelegenheit um nachhaltige Mobilitätsangebote auch im ländlichen Raum zu etablieren,“ erläutert Markus Bäckel, Bürgermeister der Stadt Ortenberg die Mitwirkung am Experiment. Henrike Strauch, Bürgermeisterin der Gemeinde Glauburg fügt hinzu, dass „die Mitwirkung am Mobilitätsexperiment eine gute Chance ist, um die Nutzung der bereits bestehenden nachhaltigen Mobilitätsangebote, insbesondere des ÖPNV, zu erhöhen.“
„Der Aufbau von neuen Routinen braucht meist mehrere Monate. Deshalb sind langfristige und niedrigschwellige Möglichkeiten zum Ausprobieren von alternativen Verkehrsmitteln eine wichtige Ergänzung zum Ausbau von Infrastruktur“, erläutert Dr. Luca Nitschke, Projektleiter am Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) und verantwortlich für die wissenschaftliche Begleitung des Experiments.
Voraussetzungen für die Teilnahme am Pendelexperiment
Interessierte ab 18 Jahren müssen in Ortenberg, Ranstadt oder Glauburg wohnen und den gesamten oder überwiegenden Teil ihres regelmäßigen Alltagswegs (z.B. Arbeitsweg, Hol- und Bringwege mit Kindern, Besuche) bisher regelmäßig mit dem Auto zurücklegen, mindestens drei Mal wöchentlich. Dabei müssen mindestens drei Kilometer zurückgelegt werden. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kommt die Teilnahme infrage. Die Bewerbung ist bis zum 1. Februar 2026 möglich.