Die Wetterau im 30-jährigen Krieg | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Vortrag von Pfarrer i.R. Martin Schindel am 24. April 2026 im Auenlandhof

Die Wetterau im 30-jährigen Krieg

Obwohl keine der großen Schlachten des 30jährigen Krieges in der Wetterau stattfand – es gab hier überhaupt erstaunlich wenige direkte militärische Auseinandersetzungen -, war der Landstrich nach Kriegsende nahezu völlig verwüstet. Mehr als 50% der Vorkriegsbevölkerung waren tot oder geflohen; eine ganze Reihe von Dörfern fiel in Folge des Krieges wüst. Es war die schlimmste Zeit, die die Menschen in der Wetterau jemals durchleben bzw. durchleiden mussten – die Kriegsfolgen überstiegen die der Weltkriege um ein Vielfaches.

In der Wetterau begann der 30jährige Krieg nicht 1618, und er endete auch mit dem westfälischen Frieden von1648 noch nicht – die letzten Besatzungssoldaten zogen erst 1652 aus Nidda ab. Im ganzen Gebiet gab es Banden entlassener Landsknechte, die die Wälder und Wege unsicher machten, Händler und Reisende überfielen, um zu überleben. Die Zahl der Wölfe, die selbst in die Dörfer kamen, um Nahrung zu finden, hatte sprunghaft zugenommen.

Alltag im schlimmsten europäischen Krieg aller Zeiten

Anstelle einer chronologischen Darstellung der Ereignisse während der Kriegsjahre wird Schindel sieben Aspekte beleuchten, die das Alltagsleben der Wetterauer während dieser Zeit bestimmten. So wird es um Einquartierungen gehen und um das Leben im Tross, der jedem militärischen Verband folgte; Musik, graphische Darstellungen und der Simplicissimus werden eine Rolle spielen. Selbstverständlich wird auch auf die Hexenprozesse und auf den grassierenden Antisemitismus ein Blick geworfen.

Den Hintergrund der Darstellung bilden die erstaunlich zahlreichen Berichte aus erster Hand, die – z.T. als Tagebuch oder Brief geschrieben, z.T. zur chronikalischen Veröffentlichung bestimmt – einen unmittelbaren Einblick in das Erleben und Empfinden kleiner Menschen während des Krieges ermöglichen.

Der Vortrag ist nicht akademisch angelegt. Für Zwischenfragen und Diskussion wird es Zeit und Gelegenheit geben. Vorwissen ist nicht vonnöten.

Ort: Dauernheim, Festscheune Auenlandhof, Weidgasse 12

Details: Einlass ab 19 Uhr, der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Hutspende für den Referenten willkommen.

Um Anmeldung unter info@auenlandhof.net wird gebeten. Die Zahl der Teilnehmer ist auf 40 begrenzt.