Wenn der Musikverein Ober-Mockstadt und die Königliche Harmonie de Volherding aus Opwijk zusammentreffen, wird aus einer langjährigen Vereinsfreundschaft gelebte europäische Gemeinschaft. Seit mehr als 50 Jahren besuchen sich die beiden Musikvereine regelmäßig. Diesmal machten sich 52 Ober-Mockstädter auf den Weg nach Belgien.
Beim Konzertabend wurde schnell deutlich, was die beiden Vereine verbindet. Den Auftakt machte die Jugendharmonie der Königlichen Harmonie de Volherding mit drei souverän vorgetragenen Stücken und unterstrich damit die Bedeutung der Nachwuchsarbeit.
Anschließend sorgte das Stammorchester unter der Leitung von Jan Couck mit bekannten Kriminalmelodien aus „Derrick“, „Tatort“ und „Ein Fall für zwei“ für zahlreiche Wiedererkennungsmomente. Beim Soundtrack von „Ghostbusters“ wurde schließlich auch das Publikum zum Mitsingen animiert.
Vereinsvorsitzender Kris De Block begrüßte die deutschen Gäste und freute sich auf die gemeinsamen Tage. Der Vorsitzende des Musikvereins Ober-Mockstadt, Markus Weiser, stellte die drei folgenden Stücke „Glücksbringerpolka“, „Summer Night Rock“ und „Schöne Urlaubszeit“ als musikalische Einstimmung auf das Wochenende vor. Man wünsche sich eine schöne Urlaubszeit, viel Glück und sommerliche Nächte, in denen gemeinsam gefeiert werden könne.
Metallstele als Zeichen der Verbundenheit
Für Stephan Geiger war die Reise zugleich eine Premiere. Als neuer Dirigent des Musikvereins Ober-Mockstadt begleitete er die Musiker erstmals nach Belgien und führte sie sicher durch ihr Programm. Das Publikum belohnte die Darbietung mit großem Beifall.
Höhepunkt des Konzertabends war der gemeinsame Auftritt von mehr als 90 Musikerinnen und Musikern. Mit den traditionellen Stücken „Baby Face“ und „Over and Out“, die die Verbindung der beiden Vereine seit Jahren begleiten, wurden Erinnerungen wach.
Am nächsten Tag ging es für die Ober-Mockstädter nach Brüssel. Das Instrumentenmuseum war ein passendes Ausflugsziel, bevor bei einem gemeinsamen Mittagessen neue Kräfte gesammelt wurden.
Danach blieb ausreichend Zeit, die belgische Hauptstadt individuell zu erkunden. Die Sehenswürdigkeiten, das Bierfestival und belgische Pralinen standen dabei hoch im Kurs.
Zurück in Opwijk unternahmen die Gäste einen Spaziergang durch die Kleinstadt. Vorbei an zahlreichen Skulpturen und künstlerischen Gestaltungselementen zeigte sich die moderne und kreative Seite des Ortes.
Am Ende des Rundgangs setzten die belgischen und deutschen Musikerinnen und Musiker ein sichtbares Zeichen ihrer Verbundenheit. Gemeinsam errichteten sie symbolisch eine Metallstele.
Auf ihr ist der Satz „Musik macht Freu(n)de“ per Lasergravur verewigt. Die Stele trägt zudem einen Wegweiser nach Ober-Mockstadt und verweist auf die Entfernung von 425 Kilometern.
Auch in Ober-Mockstadt soll eine entsprechende Stele mit einem Wegweiser nach Opwijk entstehen.
Wiedersehen in zwei Jahren
Am Abend wurde dann ganz ohne offizielles Programm gefeiert: Bei Livemusik, Tanz und vielen guten Gesprächen verbrachten deutsche und belgische Musiker gemeinsam einen geselligen Abend. Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass das eigentliche Herzstück der Partnerschaft nicht auf einem Programmplan zu finden ist – sondern in den persönlichen Begegnungen.
Bei der offiziellen Begrüßung am nächsten Morgen hoben die Bürgermeister Cäcilia Reichert-Dietzel und Johan Deleu die Bedeutung dieser Verbindung hervor. Beide betonten, wie wichtig internationale Freundschaften gerade in Zeiten von Krieg und Unsicherheit seien.
Die Partnerschaft der beiden Musikvereine zeige, wie europäische Verständigung im Alltag gelebt werden kann. Menschen aus zwei Ländern begegneten sich, lernten voneinander und musizierten miteinander.
Auch das Gedenken an verstorbene Mitglieder gehört zur Tradition. Bei einem Umzug durch die Straßen wurde am Kriegerdenkmal ein Kranz niedergelegt. Anschließend musizierten beide Vereine erneut gemeinsam.
Ein Barbecue bildete den geselligen Abschluss des Wochenendes. Danach hieß es Abschied nehmen – zumindest bis zum nächsten Wiedersehen in zwei Jahren.
Kreis-Anzeiger vom 01. Oktober 2026