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Fair statt unfair

Im Rahmen der regelmäßigen Besuche von Bürgermeisterin Cäcilia Reichert-Dietzel, kommt sie immer wieder mit den Menschen unserer Gemeinde ins Gespräch.

Hier lesen Sie ein Interview mit den Vorschülern der Kindertagesstätte Abenteuerland zu den Themen: fairer Handel, Kinderrechte und die Anliegen der Kinder in unserer Gemeinde.

Nach einer Vorstellungsrunde über Alter, Name und persönlichen Fragen, beginnt ein sehr intensives Gespräch zwischen den Kindern, der Erzieherin Melanie Jackel und Bürgermeisterin Cäcilia Reichert-Dietzel über Fair Trade und Kinderrechte. In der Mitte des Sitzkreises steht eine große Kiste mit Lebensmitteln, die „gerettet“ wurden, d.h., diese Kiste wurde von Rewe geliefert, weil die Lebensmittel wenige Tage später wegen des Mindesthaltbarkeitsdatum tatsächlich weggeworfen werden.

Die Kinder erzählen der Bürgermeisterin, dass sie jetzt „Lebensmittelretter“ sind…

CRD: „Was befindet sich denn in der Kiste, die hier vor uns steht?“

Die Kinder: “Hamburger-Brötchen, Haferflocken, Pfirsiche… davon können wir Burger machen oder die Brötchen mit etwas belegen“.

M.J.: „Das machen wir morgen früh auch gleich mit diesen Brötchen.“

CRD: „Was denkt ihr, ist es gut, wenn wir diese Lebensmittel essen, bevor wir sie zu schnell wegwerfen?“

Die Kinder: „Ja, das ist gut; wir „retten“ die Brötchen, dann teilen wir das Essen hier im Kindergarten und das ist fair. Unfair wäre es, wenn wir nicht teilen würden.“

Wir sprechen dann eine Weile ausführlich darüber, dass es fair ist, wenn auch zuhause geteilt wird, z.B. mit den Geschwistern und den Eltern das Nutella-Glas teilen und nicht alles für sich behalten zu wollen.

CRD: „Es ist z.B. auch fair, wenn auch die Bauern, die die Produkte anbauen, z.B., den Weizen für das Brot, wenn diese Leute auch eine gute Bezahlung dafür bekommen, also ihre Arbeit auch gut bezahlt wird.“

Die Kinder: „Wir machen immer mal eine Faire Ralley im Einkaufsladen, da gehen wir auf die Suche nach dem Label: fair trade. Mit diesem Label sieht man, ob der erlangte Preis für das Produkt gut und gerecht- fair- verteilt wurde und keine Kinderarbeit damit verbunden ist“

Wir reden dann über Kinderarbeit und was das bedeutet, dass Kinder bspw. auf einem Acker arbeiten müssen. Danach sprechen wir mit den Kindern über ihre Rechte, z.B. das Recht auf freies Spielen. Für Kindern gelten die Grundrechte, wie bei allen anderen Menschen in unserem Land.

CRD: „Was bedeutet das Recht auf Spiel?“

Die Kinder: “... dass wir mit aussuchen dürfen, was wir spielen, dass wir dazu aber auch Regeln beachten müssen, z.B. wenn der Schmetterlingsraum geschlossen ist, weil zu viele Kinder darin sind. Dann weiß man, wie man sich verhalten muss. Aber man kann sich frei bewegen.“

CRD: „Wisst ihr denn, dass ihr ein Recht darauf habt, in die Schule zu gehen?“

Die Kinder: „In vielen anderen Ländern müssen die Kinder Wasser am Fluss holen, dürfen nicht in eine Schule gehen, weil es auch oft keine gibt. In Deutschland haben wir Kinderrechte und Kinder müssen nicht arbeiten gehen. In manchen Ländern werden die Kinder nicht immer satt oder können sich nicht aussuchen, was sie essen. Sie können sich auch nicht aussuchen, was sie spielen.

Wir dürfen eigentlich immer spielen, was wir wollen. Wir müssen uns aber an Regeln halten.

Wir haben bei uns im Kindergarten die Regel, dass wir uns nicht schubsen und nicht hauen dürfen. Das wollen wir ja auch gar nicht.“

M.J.: „Das ist wichtig, damit ihr euch nicht verletzt. Denn jedes Kind hat das Recht, sicher zu leben.“

CRD: „Ich danke euch für das tolle Gespräch und freue mich, euch bald wiederzusehen.“

Bild von der Lebensmittelkiste und vielen fleißigen Händen, die teilen wollen.