Sommerinterview in Dauernheim | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Die Bürgermeisterin zu Gast in der Dauernheimer Stube

Sommerinterview in Dauernheim

Am 13. Februar 2026 feierten Simone und Armin Schmidt, gemeinsam mit ihrem Team, Gästen aus der Politik, Lieferanten, Planern und Vereinsvertretern die Wiedereröffnung der Dauernheimer Stube. Die gesamte Wetterau schaute damals auf den ersten hybrid betriebenen Nahversorger im Kreis. Wie sieht es heute, fast ein halbes Jahr später aus? Hierzu traf sich Bürgermeisterin Cäcilia Reichert-Dietzel am 27. Juli 2026 mit Simone und Armin Schmidt zum Sommerinterview.

Cäcilia: Hallo Simone, hallo Armin, vor gut einem halben Jahr durfte ich bei der Neueröffnung der Dauernheimer Stube dabei sein. Wie ist es euch seitdem ergangen?

Simone: Danke, es läuft sehr gut. Der Hybridladen war und ist eine Herausforderung. Die Personal- und Einkaufsplanung ist anders als in einem rein mit Personal besetzten Geschäft, aber seit rund sechs Wochen haben wir die nötige Routine. Ein reiner SB-Laden wäre organisatorisch einfacher, aber dann wäre der Charme des Lädchens nicht mehr da. Es ist gut so, wie es ist.

Armin: Am Morgen läuft das Geschäft ganz normal. Die Lieferanten bringen die Ware, die von unserem Team eingeräumt wird. Auch der Verkauf erfolgt wie gewohnt. Ab ca. 11 Uhr erfolgt ein fließender Übergang in den hybriden Teil, da müssen zum Beispiel aus hygienischen Gründen die Backwaren umgesetzt werden und es muss sichergestellt sein, dass alle Waren in der SB-Kasse zum Scannen angelegt sind oder, wie z.B. Frischware, von den Kunden gefunden und manuell eingegeben werden kann.

Cäcilia: Was sind die umsatzstärksten Tage?

Simone: Das Konzept wird von der Dauernheimer Bevölkerung super angenommen. Die stärksten Tage sind am Wochenende, wobei der Sonntag unsere Erwartungen toppt. Neben den Kunden aus dem Ort haben wir sehr viele Fahrradfahrer, die auf dem Niddaradweg unterwegs sind und die ein Kaltgetränk, frisches Obst oder einen frischen Kaffee, teils mit einem Stück Kuchen, genießen. Da sind wir bereits heute gespannt auf die Landesgartenschau 2027.

Armin: Die Altersgruppe von 25-35 Jahren ist stark vertreten. Hier kann man ein neues Einkaufsverhalten feststellen. Weg von der Vorratshaltung, hin zu spontaner Versorgung mit frischer Ware und auch dem Kauf von Fertiggerichten von der Metzgerei Pfarrer in Wölfersheim. Viele Kunden, die früher mit dem Auto nach Ranstadt oder Nieder-Mockstadt gefahren sind, sparen sich oftmals Fahrt und Zeit und kaufen lokal bei uns ein. Es wäre toll, wenn es noch mehr Dauernheimer ausprobieren würden, die noch gar nicht da waren.

Cäcilia: Würdet ihr sagen, dass das hybride Konzept ein gutes Beispiel für Digitalisierung ist?

Simone: Ganz klar, ohne das Hybridsystem wäre die Stube wirtschaftlich nicht machbar. Wie Armin bereits sagte, hat sich das Einkaufsverhalten verändert. Durch die Zugangskontrolle und das „selbst kassieren“ erschließen sich neue Kundengruppen. Für die Kinder, die mit einer Jugendgirokarte Zutritt erhalten und sich ihr Eis oder ihr Getränk holen können, ist das System bequem und mittlerweile „normal“. Aber auch die Älteren nutzen trotz anfänglicher Skepsis den digitalen Einkauf. Hervorzuheben hierbei ist der speziell eingerichtete „Ab 16 Jahre-Raum“, in dem man u.a. Bier, Apfelwein, Sekt und Mixgetränke kaufen kann, aber nur, wenn man eine entsprechende altersgerechte Girokarte oder die Digitalfunktion der Karte hat, um die Tür zu öffnen.

Cäcilia: Mit Eröffnung der neuen „Stube“ hattet ihr viele Anfragen zum Konzept und zum Betrieb. Wie sieht das heute aus?

Armin: Seitdem die Gemeinde damals auf der Ranstadt-App, die Lokalpresse in der Zeitung und die Hessenschau im Fernsehen berichtet hat, bekommen wir nach wie vor viele Anfragen aus anderen Kommunen in ganz Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Für diese Interessenten nehmen wir uns gerne Zeit und laden sie einfach ein, damit sie sich selbst ein Bild machen können.

Cäcilia: Es freut mich sehr, so eine positive Stimmung zu erleben. Wie geht es weiter?

Simone: Wir sind mega stolz auf unseren Laden, genau so wie es gerade läuft und so kann es auch bleiben. Die einen möchten neben dem Einkauf ein Schwätzchen halten, andere geben ein Paket auf und trinken nebenbei einen Kaffee. Manche sind froh, dass sie am Wochenende spontan Steaks und Würstchen bekommen, andere holen sich abends um acht noch eine Tiefkühlpizza. Wichtig ist neben dem reinen Betrieb der Stube die Kommunikation miteinander und die Integration ins Dorfleben.

Armin: Darüber hinaus versuchen wir, den meisten Wünschen gerecht zu werden. Wir haben eine Wunschliste ausgelegt, in der die Kunden eintragen können, welche Waren sie vermissen. Diese Wünsche werden nach Möglichkeit – auch von unseren zahlreichen Partnern – direkt umgesetzt. Schließlich lebt die „Stube“ mit und von ihren Kunden. Wir haben zudem noch einige gute Ideen, unser Angebot zu erweitern, um die Attraktivität „des Lädchens“ weiter zu erhöhen. Lasst Euch überraschen…

Cäcilia: Vielen Dank, ihr zwei, für eure Zeit und für euch und das Lädchen weiterhin viel Erfolg und alles Gute.

Hintergrund: Die Dauernheimer Stube wurde durch die Wirtschaftsförderung des Wetteraukreises mit Beratung, sowie finanziell durch LEADER-Fördermittel der EU unterstützt. Die Europäische Union begleitet bereits seit 1991 modellhafte Vorhaben im ländlichen Raum.

Auf dem Bild: Auf einen gemütlichen Kaffee vor der Dauernheimer Stube: Bürgermeisterin Cäcilia Reichert-Dietzel (Mitte links), Simone Schmidt (Mitte rechts) und Armin Schmidt (vorne rechts). Mit dazu gesellten sich Andre Hülsbömer vom Auenlandhof (links) und Dirk Reuter vom Schilderwerk in Nidda (rechts).